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Schmerzhafter Reifeprozess

Der Streit um die deutschen Opfer in Neustadt O.S.

In Neustadt O.S. hat es tatsächlich ein Ghetto für Deutsche gegeben. Es gab Stacheldraht, Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Tod. Achtzig Jahre später brachte der Kreistag von Neustadt O.S. den Mut zu einer Geste der Erinnerung auf und ergriff die Initiative, der Opfer zu gedenken. Dieser ehrenwerte Versuch, sich der Geschichte aufrichtig zu stellen, scheiterte jedoch an lokaler Engstirnigkeit.

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25.7.2026

Ein polnischer Eindringling in der romantischen Idylle

Wie Elch Bert in Brandenburg zum Prominenten wurde

Eingezäunte Weiden und deutsche Kühe sind in den Blick polnischer Elche geraten. Offenbar gelangweilt von den Lichtungen der Lubliner Region und des Białowieża-Urwaldes, zogen sie auf der Suche nach neuen Revieren nach Westen – und, wie sich herausstellte, auch nach gesellschaftlichen Abenteuern. Männliche Elche aus Polen sorgen heute in Brandenburg zugleich für Belustigung, Entsetzen und Ratlosigkeit. Umso mehr, als diese Tiere hier seit beinahe 200 Jahren nicht mehr heimisch waren.

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Europa ist wichtiger als die Nation

Dobrindt: Eine gemeinsame Identität wird Nationalismen Einhalt gebieten

Der deutsche Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach anlässlich einer Gedenkfeier für die Opfer von Flucht und Vertreibung nach 1945 über die Notwendigkeit, sich den in Europa wiederauflebenden Nationalismen entgegenzustellen. Das wirksamste Instrument dafür sei eine gemeinsame europäische Identität, die stärker sein sollte, als nationale Egoismen. Gedanken nach dem Berliner Treffen.

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Leere Stühle

Die Deutschen in Oppeln wecken kein Interesse

Das dritte Straßenfestival der deutschen Minderheit in Oppeln überraschte durch sein künstlerisches Niveau und seine organisatorische Reife. Es war bunt, abwechslungsreich und auf hohem Niveau – von den Auftritten der Kinder bis zum Konzert von Oskar Götz. Doch Zuschauer waren fast gar nicht zu sehen. Die frühere Irritation über deutsche Akzente ist heute völliger Gleichgültigkeit gewichen.

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Ein frustrierender Besuch

Der BJDM auf der Suche nach seiner Daseinsberechtigung

Der Bund der Jugend der deutschen Minderheiten (BJDM) ist in den sozialen Medien präsent und kann Interesse wecken. Wiktor Siemierski, Journalistikstudent an der Schlesischen Universität in Kattowitz, besuchte das Büro des BJDM in Oppeln, um zu prüfen, ob er dort auch einen Platz für sich finden würde. Statt gelebter deutscher Identität fand er eine Organisation vor, die nicht klar beantworten kann, wozu sie eigentlich da ist.

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Die Eliten benachteiligen die Einheimischen

Das Leid der Kinder wird in Verachtung ihrer Würde verwandelt

„Die Bleikinder“ zeigen, wie hartnäckig das Bild vom Schlesier als schmutzigem, ungebildeten und hilflosen Menschen fortbesteht. Beschämend ist jedoch nicht die im Film dargestellte Welt, sondern die Sichtweise seiner Autoren: Menschen, die sich nicht von diesem verletzenden Stereotyp befreien konnten und eine beleidigende Vision der schlesischen Gemeinschaft geschaffen haben.

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Ein Land, das kein Versprechen mehr ist

Gedanken eines Schlesiers nach einem Treffen mit seiner Familie in Deutschland

Karol Heliosz besuchte nach vielen Jahren seine Cousins in Baden-Württemberg. Früher beneidete er się um ihr Leben im deutschen „Paradies“. Heute sah er ein von der Krise erschöpftes Land, und in den Gesprächen mit der Familie hörte er Bedauern, Enttäuschung und Angst vor der wachsenden Stärke der AfD.

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Leichtfertig verspielte Legitimität

Die Jahresversammlung des VdG hat den Vorstand für die nächste Amtszeit gewählt

Die Delegierten der VdG-Jahresversammlung bestätigten ihre Zufriedenheit mit der Arbeit des derzeitigen Vorstands und wählten ihn fast vollständig für eine neue Amtszeit. Obwohl die Autorität des Vorstands außer Frage steht, warfen die Wahlen selbst eine ganze Reihe von verfahrenstechnischen Fragen auf. Es fehlte auch an einer inhaltlichen Diskussion über die Entwicklungsperspektiven der Gemeinschaft.

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Ein gemeinsamer Heizkessel

Zwischen Polen und Deutschland wird Wärme zirkulieren

Der Wärmeaustausch schafft ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen. Er verbindet auch dann, wenn Sender und Empfänger auf beiden Seiten der Grenze leben. Zwischen Zgorzelec und Görlitz soll die Wärme in beide Richtungen fließen und den Einwohnern eine deutliche Reduzierung der CO₂-Emissionen bringen.

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Polen ist unser Freund!

BdV-Präsident Stephan Mayer im Gespräch mit Spectrum.direct

Über Jahrzehnte wurde der Bund der Vertriebenen (BdV) in Polen kritisch wahrgenommen. Heute – so sein Präsident Stephan Mayer – setzt die Organisation auf Dialog, deutsch-polnische Annäherung und Respekt gegenüber den Polen. Ebenso wichtig ist die gemeinsame Pflege der Erinnerung und der Geschichte der ehemaligen deutschen Ostgebiete.

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Die roten Ziegelsteine hielten den Kommunisten stand

Die oberschlesischen Arbeiterwohnsiedlungen kamen aus dem Ruhrgebiet und aus Berlin

In Oberschlesien wurde der 1. Mai nie zu einem Fest der Arbeitergemeinschaft. Er war vielmehr ein fremdes Ritual der sozialistischen Welt, das in der katholischen Bevölkerung der Region keinen Anklang fand. Während anderswo die Arbeiter marschierten, kehrte man hier in die Arbeiterwohnsiedlungen, Gärten und Pfarreien zurück. Über diese Andersartigkeit entschied auch … der Ziegelstein.

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osterreiten

Die Tradition kam aus Andechs

Die Osterprozession von Benkowitz

Die Tradition der österlichen Reiterprozessionen gelangte im Zuge der im 12. Jahrhundert von der heiligen Hedwig von Andechs inspirierten Kolonisation nach Schlesien. Dieser bayerische Brauch der Bittumritte über die Felder hat Jahrhunderte überdauert. In Benkowitz bei Ratibor wird auf diese Weise bis heute der Frühling begrüßt – ernsthaft und mit Gebet. Die Reiterprozessionen werden mit großer Ernsthaftigkeit begangen und erfüllen eine wichtige integrative Funktion.

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Pragmatismus oder Zweideutigkeit

Schlesische Kommunalpolitiker zwischen regionaler Formel und Minderheitenklausel

Vertreter des Schlesischen Kommunalverbands wollen bei den Sejm-Wahlen ein eigenes Komitee bilden. Das Projekt soll als regionale Initiative auftreten, die den autochthonen Kreisen gegenüber offener ist, doch ins Parlament möchte man dank der für nationale Minderheiten vorgesehenen Regelung gelangen. Dies wirft die Frage nach der politischen Identität dieses Vorhabens auf.

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Łambinowice Lamsdorf
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23.3.2026

Wie man die Gerechten zum Schweigen bringt

Der Streit um die Gräber in Lamsdorf

In dem kleinen Dorf Wiersbel bei Lamsdorf fordern die Nachkommen von polnischen Neusiedler, die sterblichen Überreste der Luftwaffenpiloten als Teil der lokalen Geschichte zu würdigen. Diese Bitte zeugt von ihrer europäischen Reife, Toleranz und Offenheit gegenüber der komplexen Vergangenheit der Region. Diese Initiative war den institutionellen Eliten Oppelns offenbar zu heikel, sodass sie im Namen der politischen Korrektheit vermutlich bemüht waren, sie möglichst geräuschlos zu übergehen.

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3.3.2026

Rapallo wäre eine Katastrophe

Was tun, um eine rechte Revolution zu verhindern?

Knut Abraham (MdB), Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, beobachtet mit großer Sorge den wachsenden Zuspruch für die populistische Partei AfD, die Sympathien sowohl für extrem nationalistische Strömungen als auch für Wladimir Putin vereint. Im Gespräch mit Spectrum.direct betont Knut Abraham die Notwendigkeit, alle Kräfte zu mobilisieren, um einen weiteren Zuwachs ihres Einflusses zu verhindern.

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franziskaner, annaberg, oppeln, schlesien

Heiligtum der Identität

Über Verantwortung jenseits staatlicher Schablonen

Jeder, der durch Poremba oder von Leschnitz in Richtung Sankt Annaberg fährt, sieht die seit Jahren andauernden Renovierungsarbeiten an der dortigen die Annaberger Kalvarie. Sie werden größtenteils aus Mitteln privater Spender finanziert. Das ist keine gewöhnliche Denkmalrenovierung. Es ist ein Zeichen dafür, dass in der Region ein kollektives Verantwortungsgefühl für einen Ort erwacht und sich festigt, der seit Generationen die autochthone Identität prägt.

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Unterschiedliche Erfahrungen, gemeinsame Zukunft

Minderheit, Polonia und Vertriebene in einem sich wandelnden Europa

Mit Knut Abraham, dem Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, sprechen wir über die Zukunft des deutsch-polnischen Runden Tisches 2026 sowie über die Rolle der deutschen Minderheit, der Polonia und der Vertriebenenverbände – drei Gruppen, die trotz unterschiedlicher Erfahrungen heute vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

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die bleikinder netflix, schoppinitz

Kinder zweiter Klasse

Der Vergifter von Schoppinitz störte die Behörden nicht

In autoritären Systemen muss der Staat niemanden physisch eliminieren, um ein Leben als weniger wert einzustufen. Es genügt, es als Kollateralschaden höherer Ziele zu behandeln. Das Buch „Ołowiane dzieci“ von Michał Jędryka hilft zu verstehen, warum die Autochthonen heute ihre Eigenständigkeit einfordern.

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30.12.2025

Politik „von hier“

Łukasz Jastrzembski über Loyalität gegenüber den Autochthonen

In Oberschlesien ist eine Politik möglich, die ohne die Trennung in Minderheit und Schlesier auskommt. Der Bürgermeister von Leschnitz, Łukasz Jastrzembski, spricht über die Entstehung einer neuen Wahlplattform, über die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit schlesischen Gruppierungen sowie über eine besondere Loyalität gegenüber den Menschen, deren Familien diese Region seit Jahrhunderten mitprägen. Es ist ein Gespräch über das Schlesischsein, über Vertrauen und über eine Politik im Interesse der Region – nicht im Interesse von Auseinandersetzungen, die in Warschau geführt werden.

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Identität des Ortes oder nationale Identität?

Gespräch mit Dr. Tomasz Hutsch (Regios)

Was bedeutet heute Schlesischsein, was Deutschsein in Oberschlesien – und müssen diese beiden Identitäten zwangsläufig miteinander konkurrieren? In einem Gespräch für spectrum.direct spricht Dr. Tomasz Hutsch, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Regios, über die Identität des Ortes, die Situation der deutschen Minderheit sowie über mögliche Formen der Zusammenarbeit jenseits milieubedingter Trennlinien. Es ist eine vertiefte, stellenweise auch polemische Reflexion über Sprache, Erinnerung und die Zukunft einer Region, die – wie der Gesprächspartner betont – im europäischen Maßstab einzigartig bleibt.

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schloss turawa

In Erwartung neuer Löwencrons

Das Schloss in Turawa steht zum Verkauf

Eine der prächtigsten und zugleich am besten erhaltenen aristokratischen Residenzen in Oberschlesien kommt unter den Hammer. Der bisherige Eigentümer ist insolvent, das Anwesen wurde vom Gerichtsvollzieher zum Verkauf ausgeschrieben. Erstmals seit Jahrzehnten eröffnet sich damit die Chance, nicht nur den architektonischen Glanz des barocken Schlosses wiederherzustellen, sondern auch eine aristokratische Lebensform, die untrennbar mit diesem Ort verbunden war.

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Agnieszka Dlociok

Ich bin eine deutsche Schlesierin

Agnieszka Dłociok im Gespräch mit Spectrum.direct

Agnieszka Dłociok steht an der Spitze einer der dynamischsten Organisationen der deutschen Minderheit in Polen. Während in vielen DFK-Ortsgruppen die Mitgliederzahlen kontinuierlich zurückgehen, kommt der TSKN-Kreisverband in Gleiwitz mit dem Drucken neuer Mitgliedsausweise kaum hinterher. Innerhalb seiner Strukturen ist die Stimme der jungen Generation immer deutlicher zu vernehmen. Im Gespräch mit A. Dłociok sprechen wir über die Quellen dieses Phänomens, über ihr persönliches Verhältnis zur schlesischen Identität sowie darüber, warum – wie sie selbst betont – das, was sie tut, aus dem Herzen kommt und ihr echte Freude bereitet.

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fabritius
16.12.2025

Politik aus einer Hand

Berndt Fabritius über ein neues Modell der Förderung der deutschen Minderheit

Die Entscheidung der Bundesregierung, die Finanzierung der Vertriebenenorganisationen sowie der deutschen Minderheiten im Ausland dem Bundesinnenministerium zu übertragen, eröffnet ein neues Kapitel der deutschen Erinnerungs- und Minderheitenpolitik. Der neue Ansatz soll den Schutz des deutschen kulturellen Erbes stärken, die Verständigungspolitik festigen und die Rolle der Minderheiten ausbauen. Im Gespräch mit Spectrum Direct spricht Prof. Dr. Berndt Fabritius über Prioritäten, Herausforderungen und die Zukunft der deutschen Gemeinschaft in Schlesien.

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piontek

Geburtstagstreffen bei Heinz Piontek

Eine Landschaft, die im Wort fortbesteht

Der hundertste Geburtstag von Heinz Piontek wurde in Kreuzburg nicht nur zum Anlass, an einen herausragenden Schriftsteller zu erinnern, sondern auch daran, dass große schlesische Literatur keine nationalen Grenzen kennt. Piontek trug – wie viele Künstler dieser Region – sein Leben lang dieselbe Sehnsucht nach der Landschaft seiner Kindheit in sich.

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14.11.2025

Der Garten Eden hat seinen Glanz verloren (IV)

Neue deutsche Identität. Hoffnungen und Perspektiven

Die Zukunft der deutschen Minderheit in Polen hängt vom Mut ab, den Begriff der deutschen Identität neu zu definieren – nicht als abstrakte Idee, sondern als lebendige, in der schlesischen Region verwurzelte Gemeinschaft. Das kulturelle Leben der Minderheit kann wieder zu einer Quelle von Stolz, Zusammenhalt und kreativer Kraft werden.

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