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Menschen
Identität
7.6.2026
Ein frustrierender Besuch
Der Bund der Jugend der deutschen Minderheiten (BJDM) ist in den sozialen Medien präsent und kann Interesse wecken. Wiktor Siemierski, Journalistikstudent an der Schlesischen Universität in Kattowitz, besuchte das Büro des BJDM in Oppeln, um zu prüfen, ob er dort auch einen Platz für sich finden würde. Statt gelebter deutscher Identität fand er eine Organisation vor, die nicht klar beantworten kann, wozu sie eigentlich da ist.
Die roten Ziegelsteine hielten den Kommunisten stand
In Oberschlesien wurde der 1. Mai nie zu einem Fest der Arbeitergemeinschaft. Er war vielmehr ein fremdes Ritual der sozialistischen Welt, das in der katholischen Bevölkerung der Region keinen Anklang fand. Während anderswo die Arbeiter marschierten, kehrte man hier in die Arbeiterwohnsiedlungen, Gärten und Pfarreien zurück. Über diese Andersartigkeit entschied auch … der Ziegelstein.
Die Tradition der österlichen Reiterprozessionen gelangte im Zuge der im 12. Jahrhundert von der heiligen Hedwig von Andechs inspirierten Kolonisation nach Schlesien. Dieser bayerische Brauch der Bittumritte über die Felder hat Jahrhunderte überdauert. In Benkowitz bei Ratibor wird auf diese Weise bis heute der Frühling begrüßt – ernsthaft und mit Gebet. Die Reiterprozessionen werden mit großer Ernsthaftigkeit begangen und erfüllen eine wichtige integrative Funktion.
Was bedeutet heute Schlesischsein, was Deutschsein in Oberschlesien – und müssen diese beiden Identitäten zwangsläufig miteinander konkurrieren? In einem Gespräch für spectrum.direct spricht Dr. Tomasz Hutsch, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Regios, über die Identität des Ortes, die Situation der deutschen Minderheit sowie über mögliche Formen der Zusammenarbeit jenseits milieubedingter Trennlinien. Es ist eine vertiefte, stellenweise auch polemische Reflexion über Sprache, Erinnerung und die Zukunft einer Region, die – wie der Gesprächspartner betont – im europäischen Maßstab einzigartig bleibt.
Eine der prächtigsten und zugleich am besten erhaltenen aristokratischen Residenzen in Oberschlesien kommt unter den Hammer. Der bisherige Eigentümer ist insolvent, das Anwesen wurde vom Gerichtsvollzieher zum Verkauf ausgeschrieben. Erstmals seit Jahrzehnten eröffnet sich damit die Chance, nicht nur den architektonischen Glanz des barocken Schlosses wiederherzustellen, sondern auch eine aristokratische Lebensform, die untrennbar mit diesem Ort verbunden war.
Agnieszka Dłociok steht an der Spitze einer der dynamischsten Organisationen der deutschen Minderheit in Polen. Während in vielen DFK-Ortsgruppen die Mitgliederzahlen kontinuierlich zurückgehen, kommt der TSKN-Kreisverband in Gleiwitz mit dem Drucken neuer Mitgliedsausweise kaum hinterher. Innerhalb seiner Strukturen ist die Stimme der jungen Generation immer deutlicher zu vernehmen. Im Gespräch mit A. Dłociok sprechen wir über die Quellen dieses Phänomens, über ihr persönliches Verhältnis zur schlesischen Identität sowie darüber, warum – wie sie selbst betont – das, was sie tut, aus dem Herzen kommt und ihr echte Freude bereitet.
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