Oops! Something went wrong while submitting the form.
Menschen
Kultur
11.6.2026
Leere Stühle
Das dritte Straßenfestival der deutschen Minderheit in Oppeln überraschte durch sein künstlerisches Niveau und seine organisatorische Reife. Es war bunt, abwechslungsreich und auf hohem Niveau – von den Auftritten der Kinder bis zum Konzert von Oskar Götz. Doch Zuschauer waren fast gar nicht zu sehen. Die frühere Irritation über deutsche Akzente ist heute völliger Gleichgültigkeit gewichen.
„Die Bleikinder“ zeigen, wie hartnäckig das Bild vom Schlesier als schmutzigem, ungebildeten und hilflosen Menschen fortbesteht. Beschämend ist jedoch nicht die im Film dargestellte Welt, sondern die Sichtweise seiner Autoren: Menschen, die sich nicht von diesem verletzenden Stereotyp befreien konnten und eine beleidigende Vision der schlesischen Gemeinschaft geschaffen haben.
Im Frühjahr dieses Jahres beschloss der Vorstand der Stiftung Haus Oberschlesien, das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen mit dem Ruhr Museum in Essen zu „integrieren“. Der Widerstand gegen diese Pläne vereinte schlesische Autochthonen, die deutsche Minderheit, aber auch Vertriebenenorganisationen und die Polonia in Deutschland. Eine solche gemeinsame Front all dieser Gemeinschaften hat es noch nie gegeben.
Auf dem deutschen Fundament zeichnet sich in der Minderheit zunehmend eine neue, regionale Identität ab. Das Jubiläumsfest zum 35-jährigen Bestehen der SKGD der Woiwodschaft Schlesien wurde zu einem sichtbaren Beweis dieses Prozesses. Es fand im Kulturzentrum von Lubowitz statt und zog vor allem jene Generation an, die am stärksten unter der Polonisierungspolitik der Volksrepublik Polen gelitten hat.
Der VdG will sich auf den Aufbau eines neuen Internetmediums konzentrieren. Deshalb hat er beschlossen, sich aus der eigenständigen Produktion der Fernsehsendung „Schlesien Journal” für TVP zurückzuziehen. Bei dieser Gelegenheit sollte man an die stürmische, von Höhen und Tiefen geprägte Geschichte dieser kulturellen Initiative mit ihrer 33-jährigen Tradition erinnern.
Im ehemaligen preußischen Schlesien leben noch Menschen, die sich an eine Realität erinnern, die man sich heute nur schwer vorstellen kann. Alle Bahnhöfe hatten nur deutsche Ortsschilder. Werkstätten, Geschäfte und Restaurants trugen nur deutsche Namen. Heute kann man diese Aufschriften wieder an vielen Häusern sehen.
Indem Sie auf „Alle Cookies akzeptieren“ klicken, stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu, um die Navigation auf der Website zu verbessern, die Nutzung der Website zu analysieren und unsere Marketingbemühungen zu unterstützen.