
Die Entscheidung der Bundesregierung, die Finanzierung der Vertriebenenorganisationen sowie der deutschen Minderheiten im Ausland dem Bundesinnenministerium zu übertragen, eröffnet ein neues Kapitel der deutschen Erinnerungs- und Minderheitenpolitik. Der neue Ansatz soll den Schutz des deutschen kulturellen Erbes stärken, die Verständigungspolitik festigen und die Rolle der Minderheiten ausbauen. Im Gespräch mit Spectrum Direct spricht Prof. Dr. Berndt Fabritius über Prioritäten, Herausforderungen und die Zukunft der deutschen Gemeinschaft in Schlesien.
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Der hundertste Geburtstag von Heinz Piontek wurde in Kreuzburg nicht nur zum Anlass, an einen herausragenden Schriftsteller zu erinnern, sondern auch daran, dass große schlesische Literatur keine nationalen Grenzen kennt. Piontek trug – wie viele Künstler dieser Region – sein Leben lang dieselbe Sehnsucht nach der Landschaft seiner Kindheit in sich.
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Die Zukunft der deutschen Minderheit in Polen hängt vom Mut ab, den Begriff der deutschen Identität neu zu definieren – nicht als abstrakte Idee, sondern als lebendige, in der schlesischen Region verwurzelte Gemeinschaft. Das kulturelle Leben der Minderheit kann wieder zu einer Quelle von Stolz, Zusammenhalt und kreativer Kraft werden.
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In der polnischen Botschaft in Berlin fand ein von Dr. Adrianna Tomczak, der Leiterin des Polonia-Büros, initiiertes Treffen. Die Diskussion über die neue Rolle der Polonia zeigte, dass Erfahrung, Mobilität und doppelte Identität zum Fundament einer neuen Brücke zwischen Polen und Deutschland werden könnten.
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Dr. Natalia Klimaschka gehört zu den vier Finalistinnen des renommierten Wettbewerbs „Auslandsdeutsche des Jahres“. Teilnehmen können Frauen aus aller Welt, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland leben. Die Teilnahme einer Oberschlesierin an diesem Wettbewerb hat in den sozialen Medien eine Welle von Hasskommentaren ausgelöst – erschreckend in Ton und Inhalt, und letztlich gegen die gesamte schlesisch-deutsche Gemeinschaft gerichtet.
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In den vergangenen drei Jahrzehnten hat Polen eine Transformation erlebt, wie sie in seiner Geschichte kaum vorkommt – aus einem Land im Wiederaufbau wurde ein fester Bestandteil des modernen Europas. Die Stadtlandschaften unterscheiden sich heute kaum noch von denen westlicher Metropolen. Doch nicht alle europäischen Werte haben bereits Eingang in das Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger gefunden. Ein Beleg dafür ist die hitzige Diskussion um die Restaurierung der Kaiserbrücke in Breslau.
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Die Feier in Gogolin zum 35-jährigen Bestehen der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) war ohne Zweifel ein großer Erfolg – die beeindruckende Teilnehmerzahl und die professionelle Gestaltung zeigten die Lebendigkeit der Minderheit. Und doch – im Rampenlicht blieben gerade die Wichtigsten im Schatten.
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In der Gemeinde Rudnik stehen die ersten zweisprachigen Ortsschilder bereits – in Lubowitz. In den übrigen Orten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Anders in den benachbarten Groß Peterwitz: Trotz eines gültigen Gemeindebeschlusses und der Zustimmung des Ministeriums gibt es dort bis heute keine Tafeln. Bürgermeister Adam Wajda hält die Entscheidung zurück. Eine ungewöhnliche Situation – zum ersten Mal ist es nicht die Regierung, sondern die Selbstverwaltung, die die Umsetzung des eigenen Beschlusses blockiert.
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Der Verlust der Attraktivität der Bundesrepublik Deutschland für nationale Bekenntnisse der deutschen Minderheit hat weitreichende Folgen. Während sich die Autochthonen gerne zu ihren preußischen, regionalen Wurzeln bekennen, beeindruckt der deutsche Pass heute niemanden mehr. Das Interesse an der heutigen Bundesrepublik schwindet zusehends.
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Im Frühjahr dieses Jahres beschloss der Vorstand der Stiftung Haus Oberschlesien, das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen mit dem Ruhr Museum in Essen zu „integrieren“. Der Widerstand gegen diese Pläne vereinte schlesische Autochthonen, die deutsche Minderheit, aber auch Vertriebenenorganisationen und die Polonia in Deutschland. Eine solche gemeinsame Front all dieser Gemeinschaften hat es noch nie gegeben.
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Schlesische Arbeiter wurden in Deutschland beleidigt, ausgebeutet und betrogen. Die Konfrontation mit der realen Wirklichkeit der Bundesrepublik war für viele Autochthone ein Schock – und die Enttäuschung wuchs. Diese Stimmungswende in Oberschlesien schien die Führung der deutschen Minderheit kaum wahrzunehmen.
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Auf dem deutschen Fundament zeichnet sich in der Minderheit zunehmend eine neue, regionale Identität ab. Das Jubiläumsfest zum 35-jährigen Bestehen der SKGD der Woiwodschaft Schlesien wurde zu einem sichtbaren Beweis dieses Prozesses. Es fand im Kulturzentrum von Lubowitz statt und zog vor allem jene Generation an, die am stärksten unter der Polonisierungspolitik der Volksrepublik Polen gelitten hat.
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Die Bundesrepublik galt über Jahre als Musterbeispiel der Perfektion und als Sehnsuchtsort. Doch von diesem Glanz ist in den letzten vierzig Jahren nicht viel geblieben. Dieser Verlust an Attraktivität hat ernsthafte Konsequenzen für die heutige deutsche Minderheit. Sie war in dieses Land verliebt wie die biblische Frau des Lot. Teil eins der Betrachtungen.
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Vor 1945 stand auf dem Oppelner Marktplatz ein Denkmal Friedrichs des Großen, das nach dem Krieg abgerissen wurde. Jahrzehnte später errichtete man an derselben Stelle ein Denkmal für den Piasten Kasimir I. – jenen Mann, der den jahrhundertelangen Prozess der Germanisierung des Oppelner Schlesiens in Gang setzte. An die Stelle des preußischen Friedrichs des Großen trat damit sein ideeller Bruder aus dem 13. Jahrhundert.
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Die Autoren der Ausstellung „Unsere Jungs“ im Stadtmuseum Danzig wurden beschuldigt, die Verbrechen der Nationalsozialisten zu relativieren und den „Landesverrat“ zu verherrlichen. Die Ausstellung widmet sich der Präsenz der Autochthonen in der Wehrmacht. Sie wurden unter direkter Androhung der Todesstrafe und von KZ-Haft für ihre Familien in die deutsche Armee eingezogen. Genau dasselbe Problem gab es in Oberschlesien.
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Vor 81 Jahren wurde ein Attentat auf Adolf Hitler versucht. Heute wird dieses Ereignis feierlich begangen, und die Kinder der ermordeten Helden der Widerstandsbewegung gegen Hitler werden von den Staatsoberhäuptern empfangen. Nach 1945 wurden dieselben Menschen jedoch als Kinder verspottet, beschimpft und als Nachkommen von Verrätern misshandelt.
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Noch vor 40 Jahren wurden die Kirchen in den oberschlesischen Dörfern von einheimischen Frauen dominiert, die Jupen und Spinder trugen. Die neuen, zugewanderten Nachbarn verspotteten sie allgemein. Die traditionellen Trachten waren Inspiration für die Demütigung ihrer Trägerinnen. Trotzdem dominierten die Mazelonki bis in die 1970er Jahre das Bild der oberschlesischen Landschaft.
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Der VdG will sich auf den Aufbau eines neuen Internetmediums konzentrieren. Deshalb hat er beschlossen, sich aus der eigenständigen Produktion der Fernsehsendung „Schlesien Journal” für TVP zurückzuziehen. Bei dieser Gelegenheit sollte man an die stürmische, von Höhen und Tiefen geprägte Geschichte dieser kulturellen Initiative mit ihrer 33-jährigen Tradition erinnern.
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Der deutsch-polnische Vertrag von 1991 garantiert sowohl der deutschen Minderheit in Polen als auch der polnischen Gemeinschaft in Deutschland eine ganze Reihe von Rechten. In vielen Punkten werden diese Rechte nicht umgesetzt, was bei beiden Gemeinschaften zu Frustrationen führt. Der VdG fordert zu Recht Gespräche zu diesem Thema am Runden Tisch.
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Die deutsche Bundesregierung hat beschlossen, den Bundestagsabgeordneten Knut Abraham zum neuen Koordinator für die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaften und die grenzüberschreitende Kooperation mit Polen zu ernennen. Dies ist auch eine erfreuliche Nachricht für die autochthone Bevölkerung in Schlesien, die Abraham seit Jahrzehnten aktiv unterstützt.
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Nach 20 Jahren beharrlicher Bemühungen hat das Amtsgericht KRS in Oppeln eine vorläufige Genehmigung für die Tätigkeit der Vereinigung des Schlesischen Volkes (SONŚ) erteilt. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt, dessen Vorsitzender Wojciech Glensk wurde. Das wichtigste Ziel der Organisation bleibt die Emanzipation der schlesischen Sprache und die Anerkennung der schlesischen Minderheit. Diese hat nach wie vor mit verschiedenen Hindernissen und Einschränkungen zu kämpfen.
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Die Zeiten, in denen die Einheimischen sich für ihre schlesische Herkunft oder ihren Akzent schämten, sind längst vorbei. Inzwischen sind aus diesem Milieu herausragende Künstler, Wissenschaftler, aber auch Unternehmer hervorgegangen. Viele von ihnen bemühen sich, einen Beitrag zur Bewahrung der historischen, preußischen Identität der Region zu leisten. Einer von ihnen ist zweifellos Joachim Wiesiollek.
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Im 18. Jahrhundert war die Quelle in Gogolin für ihre wundersamen Kräfte bekannt. Die Familie Gaschin errichtete darüber eine Kapelle, die zu einem Ort der Mai-Verehrung der Muttergottes wurde. Heute ist die kleine Kirche ein Symbol für das Bewahren der Traditionen der autochthonen Bevölkerung.
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Im ehemaligen preußischen Schlesien leben noch Menschen, die sich an eine Realität erinnern, die man sich heute nur schwer vorstellen kann. Alle Bahnhöfe hatten nur deutsche Ortsschilder. Werkstätten, Geschäfte und Restaurants trugen nur deutsche Namen. Heute kann man diese Aufschriften wieder an vielen Häusern sehen.
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Der stellvertretende Vorsitzende der Soziokulturellen Gesellschaft der Deutschen (SKGD) im Oppelner Schlesien, Norbert Rasch, schlug die Anerkennung des Schlesischen als zweite Sprache der deutschen Minderheit vor. Die schlesischen Organisationen reagierten auf seine Forderungen mit Empörung. Wir haben Dr. Tomasz Hutsch von Regios, Mitverfasser der Position der schlesischen Gemeinden, nach den Gründen für diese Frustration gefragt.
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