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Identität
Geschichte
21.9.2025
Der Garten Eden hat seinen Glanz verloren (II)
Schlesische Arbeiter wurden in Deutschland beleidigt, ausgebeutet und betrogen. Die Konfrontation mit der realen Wirklichkeit der Bundesrepublik war für viele Autochthone ein Schock – und die Enttäuschung wuchs. Diese Stimmungswende in Oberschlesien schien die Führung der deutschen Minderheit kaum wahrzunehmen.
Auf dem deutschen Fundament zeichnet sich in der Minderheit zunehmend eine neue, regionale Identität ab. Das Jubiläumsfest zum 35-jährigen Bestehen der SKGD der Woiwodschaft Schlesien wurde zu einem sichtbaren Beweis dieses Prozesses. Es fand im Kulturzentrum von Lubowitz statt und zog vor allem jene Generation an, die am stärksten unter der Polonisierungspolitik der Volksrepublik Polen gelitten hat.
Die Bundesrepublik galt über Jahre als Musterbeispiel der Perfektion und als Sehnsuchtsort. Doch von diesem Glanz ist in den letzten vierzig Jahren nicht viel geblieben. Dieser Verlust an Attraktivität hat ernsthafte Konsequenzen für die heutige deutsche Minderheit. Sie war in dieses Land verliebt wie die biblische Frau des Lot. Teil eins der Betrachtungen.
Der Austausch der Denkmäler in Oppeln ist eine Farce
Vor 1945 stand auf dem Oppelner Marktplatz ein Denkmal Friedrichs des Großen, das nach dem Krieg abgerissen wurde. Jahrzehnte später errichtete man an derselben Stelle ein Denkmal für den Piasten Kasimir I. – jenen Mann, der den jahrhundertelangen Prozess der Germanisierung des Oppelner Schlesiens in Gang setzte. An die Stelle des preußischen Friedrichs des Großen trat damit sein ideeller Bruder aus dem 13. Jahrhundert.
Die Autoren der Ausstellung „Unsere Jungs“ im Stadtmuseum Danzig wurden beschuldigt, die Verbrechen der Nationalsozialisten zu relativieren und den „Landesverrat“ zu verherrlichen. Die Ausstellung widmet sich der Präsenz der Autochthonen in der Wehrmacht. Sie wurden unter direkter Androhung der Todesstrafe und von KZ-Haft für ihre Familien in die deutsche Armee eingezogen. Genau dasselbe Problem gab es in Oberschlesien.
Vor 81 Jahren wurde ein Attentat auf Adolf Hitler versucht. Heute wird dieses Ereignis feierlich begangen, und die Kinder der ermordeten Helden der Widerstandsbewegung gegen Hitler werden von den Staatsoberhäuptern empfangen. Nach 1945 wurden dieselben Menschen jedoch als Kinder verspottet, beschimpft und als Nachkommen von Verrätern misshandelt.
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